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R. Riemerschmid

Richard Riemerschmid: Wegbereiter der Moderne - Architekt Designer Lehrer

Richard Riemerschmid: Wegbereiter der Moderne - Architekt Designer Lehrer
Richard Riemerschmid: Wegbereiter der Moderne - Architekt Designer Lehrer

Richard Riemerschmid ist als Innenausstatter, Möbelentwerfer und Architekt einer der Protagonisten des deutschen Jugendstils.  

Er war Mitbegründer des Deutschen Werkbunds und anderer Verbindungen; Erfinder der Typen- bzw. "Maschinenmöbel", die aufgrund der industriellen preisgünstigen Fertigung hohe Verkaufszahlen erzielten. 

Ohne Einschränkung war Richard Riemerschmid Vorreiter und prägende Gestalt der deutschen Wohn- und Lebenswelt in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhundert.                            

Mit einem Blick erkennt man an Riemerschmid-Möbeln, welchem Zweck sie dienen sollen. Aus der Zweckmäßigkeit für die Nutzung - der Funktion eben - ergibt sich für ihn die Formgestalt der Möbel.

Postulat: "Die Form folgt der Funktion"

 

Eine weitere Neuerung wurde damals geradezu als revolutionär empfunden: Riemerschmid stellte die Konstruktionsmerkmale der Möbel offen dar. Verbindungen -wie Scharniere- wurden zur Dekoration und dem Betrachter offen, als schmückendes Element,  gezeigt. Verschraubungen wurden sichtbar.Für die Wirkung der Möbel ist ihm ferner das Material und dessen Bearbeitungsmöglichkeiten wichtig. Entgegen der damals vorherrschenden Mode, individualisierte raffiniert gestaltete, aus edlen Materialien gefertigte Objekte für die Oberschicht der Gesellschaft herzustellen, erzielte er die ästhetische Wirkung durch eine geschickten Anwendung der "Bilder" der Holzmaserung- also der Eigenstruktur der Hölzer. Zusätzlicher formgebender Zierat wurde für ihn entbehrlich.

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Neu – und historisch – war auch die 

kommerzielle Vertriebsform

Bei dem von ihm entworfenen und 1906 aufgelegten „Maschinenmöbel–Progamm“ der Deutschen Werkstätten Hellerau wurden  Möbelbauteile an die Kundschaft versandt und vor Ort wieder zusammengebaut. Der "Nachfolger" IKEA läßt grüßen!

Soziale Dimension:

Riemerschmid hat die Innovationen und die neuen technischen Möglichkeiten einer industriellen maschinellen  Bearbeitung und Fertigung von Holzteilen Anfang des 20. Jahrhunderts rasch erkannt.

Sein Anspruch war, auch mit der neuen Technik Möbel in Serie herzustellen zu können (eben"Maschinen-Möbel"), die hohen Ansprüchen an Ästhetik und Funktion genügen sollten. 

Darüber hinaus war es sein soziales Anliegen, mit einer maschinellen rationalisierten Fertigung vernünftige, qualitativ hochwertige Wohnungseinrichtungen zu moderaten Preisen anbieten zu können. Die Preisgestaltung sollte nämlich so sein, dass sich auch die normale Arbeiterschaft solche "Reform-Möbel" würde leisten können.

Eine „erzieherische, geschmackbildene“  Wirkung für die neu zu erschließende Kundschaft war dabei durchaus angestrebt.

 

VITA

geboren am 20. Juni 1868 in München/ 1886 bis 1887  Militär-Dienst/danach freier Kunstmaler in München/ Mitarbeiter der Zeitschrift Jugend/  189dienst/ 1887 bis 1890 Studium an der Akademie der bildenden Künste/ danach Mitbegründer der Vereinigten Werkstätten für Kunst und Handwerk in München/ erste Inneneinrichtungen/1902 Mitbegründer Deutsche Gartenstadtgesellschaft/1907 Mitbegründer des Deutschen Werkbundes/ 1907 bis 1913 Leitung und Gesamtplanung der ersten deutschen Gartenstadt in Hellerau bei Dresden/ Ab 1913 Direktor der Kunstgewerbeschule in München/ 1926 bis 1931 Leiter der Kölner Werkschulen/ am 13. April 1957 in München verstorben.

Werk:

Auszug aus seinem Werkschaffen:                              
1899 Musiksalon auf der deutschen Kunstausstellung in Dresden
1900-1901 Schauspielhaus in München
1903 Ausstellung der Dresdener Werkstätten
      Orientierung an der maschinell-industriellen Fertigung von Mobiliar
      -> „Reformmöbel“ und „Maschinenmöbel“–Programm. 
1906 Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden
1907 Mitbegründer des Deutschen Werkbundes(Vorsitzender von1921bis1926)
1907 Gesamtplanung der ersten deutschen Gartenstadt Hellerau bei Dresden
     (unter Mitarbeit u.a.Hermann Muthesius, Heinrich Tessenow, Bruno Paul..)
1909 Folgeprojekt Gartenstadt Nürnberg
1913 Direktor der Kunstgewerbeschule München
1926 – 1931 Leiter der Kölner Werkschulen

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